Deutsche Gesellschaft für Kartographie  e.V.

Kommission "Risiken, Katastrophen, Sicherheit"






Home



Mitglieder

Sendai Framework
2015-2030


Internationale Kartographische Assoziation


Naoto Kan
"Als Premierminister während der Fukushima-Krise"


Bericht des ehem. Ministerpräsidenten von Japan, Naoto Kan

Die Heinrich-Böll-Stiftung (Berlin) hatte Naoto Kan zu einem Vortrag eingeladen:
https://www.boell.de/de/2015/10/12/fukushima-krisenmanagement-und-lehren-aus-der-dreifachkatastrophe-im-maerz-2011


Naoto Kan
Foto:  Karin Dewitz, Berlin (c) 2015

Das jetzt verfügbare und auf der Buchmesse Frankfurt 2015 vorgestellte Buch:

Naoto Kan:
Als Premierminister während der Fukushima-Krise
Aus dem Japanischen von Frank Rövekamp.
Iudicium Verlag; 165 Seiten; 14,80 Euro
http://www.iudicium.de/katalog/86205-426.htm


Sueddeutsche Zeitung Online v. 16. September 2015
„Die japanische Presse …. verbreitete … Lügen über Kan, der als ehemaliger Umweltaktivist vom politischen Establishment nie akzeptiert worden ist.
Die Medien warfen ihm vor, er habe die Katastrophe verschlimmert, etwa mit seinem Inspektionsbesuch am Morgen nach dem Unglück. Überdies habe er die Meerwasserkühlung der durchschmelzenden Reaktoren gestoppt.

Beides stimmt nach offiziellen Untersuchungen nicht. Die Behauptung, Kan habe die Meerwasserkühlung gestoppt, hat der jetzige Premier Shinzo Abe in die Welt gesetzt, ein Mann der Atomlobby.
Kan hat ihn wegen Verleumdung verklagt. Das Urteil wird in diesem Jahr erwartet.
Tepco hatte sich nicht auf einen Notfall vorbereitet. Als er eintrat, wusste niemand, was zu tun war“
…….
http://www.sueddeutsche.de/politik/japan-vor-schlimmerem-bewahrt-1.2650721


Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ vom 6.7.2011:
„Schon vor der Katastrophe in Fukushima war Einsichtigen klar gewesen, dass die Nisa in ihrer derzeitigen Aufstellung nicht für eine Kontrolle der japanischen Atomindustrie garantieren konnte. Die Atomaufsichtsbehörde gehört zum Industrieministerium, das es, auch nach Fukushima, als seine Aufgabe ansieht, die Atomenergie in Japan zu fördern. Die Aufsicht über die 54 Atomreaktoren Japans jenen unterzuordnen, die sie als sicher und unersetzbar darstellen, kann keine unabhängige Aufsicht gewährleisten.“
http://www.faz.net/aktuell/politik/energiepolitik/nach-fukushima-tokio-kuendigt-stresstests-fuer-atommeiler-an-14620.html



Das Buch von Naoto Kan gibt in der Form eines Tagebuches Einblicke in die Schwierigkeiten, offen/objektive Informationen während und nach der Katastrophe verfügbar zu haben und daraufhin Entscheidungen des Krisenmanagements auf den unterschiedlichen Ebenen zu treffen.


Eine Gesamtdokumentation (vergleichbar der umfassenden Berichterstattung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses im Fall Hurricane Katrina
    A Failure of Initiative
    The Final Report of the Select Bipartisan Committee to Investigate the Preparation for and
    Response to Hurricane Katrina
    http://www.katrina.house.gov/full_katrina_report.htm
steht für Fukushima noch aus. Es ist offensichtlich äußerst schwierig, für eine solche umfassende Dokumentation in Japan die erforderlichen parlamentarischen Interessen zusammenzufinden.

Die Folgen der Fukushima Katastrophe sind noch lange nicht absehbar.
Das UN Sendai Framework on Disaster Risk Reduction (2015-20130)
http://www.wcdrr.org/uploads/Sendai_Framework_for_Disaster_Risk_Reduction_2015-2030.pdf
gibt umfassende Vorgaben für die verantwortungsvolle Vorgehensweise in allen Phasen des Katastrophenzyklus.
In diesem Rahmenprogramm sind nun ergänzend auch die technischen Risiken und Katastrophen mit aufgenommen worden.

Nicht nur in Japan muß dementsprechend  die Umsetzung des UN Sendai Framework auf allen gesellschaftlichen Ebenen gestaltet werden.


Horst Kremers
Vorsitzender DGfK Kommission "Risiken, Katastrophen, Sicherheit"
CODATA-Germany Chair
:




Kontakt Kommissionsleiter:
Horst Kremers
Mitglied im Beirat des DKKV






Ich bin an weiteren Informationen interessiert
mail



Foreign colleagues and institutions please contact Horst Kremers for  more details about commissions participation as well as membership to the German Cartographic Society DGfK and the various benefits DGfK offers for your professional activities